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„KANSAS von Beluga“ - Ein Nachruf der besonderen Art - Status 1 bei den Feuerwehren besagt – Einsatz beendet, ich komme zurück! Am 27. März 2007 musste ich für „Kansas von Beluga“ den Status 1 tätigen. Sein Einsatz auf dieser Erde war zu Ende und er musste dahin zurück, wo er einst herkam. Der Abschied von Kansas war an diesem Tag wie ein Goldadler, der sich höher und höher in den sonnigen Himmel schraubte und seine Schreie klangen, als beklage er einen sehr großen Verlust! Ich habe an diesem Tag mit einem treuen Kameraden den letzten Weg gehen müssen. Quälende Pein hatte ihn gebrechlich und schwach gemacht und die Zeit war gekommen, ihn frei zu geben. Ja, es musste sein und mehr als je zuvor musste unsere langjährige Kameradschaft das Schwerste bestehen. Wer war eigentlich „Kansas von Beluga“? Ursprünglich sollte der K – Wurf von Beluga über „Visum von Arminius“ und „Urmeli vom Elbbachtal“ eingezüchtet werden. Das Schicksal wollte es aber, dass der Rüde die Hündin missachtete und alternativ der Rüde „Yasko von den Roten Mattern“ in der Nähe stand. Aus dieser Wurfverbindung fiel „Kansas“ am 07. November 1995 als einziger Rüde, so dass die Qual der Wahl für mich nie zur Debatte stand. Schon als wenige Wochen alter Welpe war seine Spielfreude und Begeisterung zum triebhaften Spiel erkennbar. Eine Veranlagung, die er bis ins hohe Alter behielt. Was ihn über die Jahre bevorzugte, war seine Konsequenz in allen Aktionen, die eine triebhafte natürliche Veranlagung erforderte. Selbst schwierige Aufgaben meisterte er alle souverän, mit der notwendigen Härte und unerschütterlichem Durchsetzungsvermögen. Ich bin häufig gefragt worden, was bewunderst du besonders an „Kansas“? Zu seinen Lebzeiten konnte ich nie die richtige Antwort finden. Wahrscheinlich muss man im Leben erst einen Kameraden verlieren, um ihn die richtige Ehre bezeugen zu können. Heute kann ich auf diese Frage auch die zutreffende Antwort geben. Was ihn ausgezeichnet hatte: Seine Erfolge im SchH / VPG Bereich – auf jeden Fall - aber sie waren nicht das Wesentliche in seinem Leben! Seine Erfolge im Zucht- und Ausstellungsbereich – auch diese waren alle bedeutungsvoll und bemerkenswert, aber auch nicht das Wesentliche in seinem Leben! Wesentlich war seine Korrektheit und Zuverlässigkeit als Rettungshund der Feuerwehr Wiesbaden. Dort offenbarte er auf beeindruckende Art und Weise sein gesamtes Talent als universeller und vielseitiger Gebrauchshund. Ein Schweizer Zuchtrichter hatte ihn einmal sehr zutreffend beschrieben – Kansas hat von allem genug, aber nirgends zuviel -! Aber genau das war seine Stärke. Ich habe selten einen Hund aus einer Gebrauchshundezucht gesehen, der diesen unwiderstehlichen Vorwärtsdrang hat. Er hatte in unserer Einheit nicht umsonst den Spitznamen „Panzer“, weil; kein Gestrüpp war ihm zu dicht und zu dornig und keine Trümmer zu hoch oder unüberwindlich. Er fand immer einen Weg! Selbst Verletzungen, die er sich auf Trümmern oder dornigen Gestrüpp zuzog hinderten ihn nicht, sein Erfolgsziel zu erreichen! Bei all seiner Zuverlässigkeit hatten wir jedoch nie den Anspruch erhoben, das beste RH Team zu sein, sonder waren eines von denen, auf das immer Verlass war. Oft genügte nur ein kleiner Blick oder eine kleine Geste und er wusste genau, was zu tun war. Wenn unser Alarmgeber piepste, war er der erste an der Tür und er wusste sofort, was ab jetzt von ihm verlangt wurde. Kansas war ein universeller Gebrauchshund mit idealen Tugenden, die heute nur noch sehr schwer zu finden sind. Die heutige Gebrauchshundezucht geht leider andere Wege und universelle Gebrauchshunde, wie Kansas, finden in diesem System keinen Platz und keine Bedeutung mehr. Im Zeitalter der Egomane hat diese düstere Gesellschaftsentwicklung auch die Gebrauchshundezuchtvereine erreicht. Wirtschaftlichkeit und Egoismus sind größer als Gemeinsinn und Gemeinnützigkeit! Sollte wir beide einen letzten Wunsch äußern dürfen, dann mit der Bitte, züchtet mehr solche universelle Gebrauchshunde. Ein Wunsch, der mit Sicherheit auf taube Ohren stoßen wird! Welche gemeinsame Höhepunkte, außerhalb des Einsatzgeschehens, erfüllen mich noch heute mit Zufriedenheit:
Was ich jedoch am meisten vermisse ist mein Kamerad, der mich stets an der Hoftür in Empfang nahm und mit dem rechten Unterarm sanft im Fang bis zur Haustür geleitete! Den letzten gemeinsamen Einsatz haben wir kameradschaftlich beendet! Ich war ihm treu bis zu seinem Tod!
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